Wie soll man überleben, wenn jede Schublade nicht passend erscheint, man nirgendwo dazu gehört und aus dem Rahmen fällt?
Multipotentialist - Scanner was ist das?
1979 wurde dieser Begriff von Barbara Sher definiert. Eine Scanner Persönlichkeit ist eine Person die viele Interessen hat, sich nicht auf eine Disziplin festlegen kann und eine unendliche Neugier vereint. Sie können sich nicht festlegen, weil sie Wissen am Liebsten vernetzen- über viele "Schubladen" hinweg. Sie fangen viele Projekte an, wandern durch verschiedene Berufsfelder.
Doch kommen sie jemals an?
Ein ganz gewöhnlicher Tag einer Scanner Persönlichkeit:
Morgens aufstehen, die Kinder in die Schule bringen, auf dem Weg zur Arbeit, in der U-Bahn, Artikel über die neuesten Errungenschaften der Welt lesen. In die Umkleide angekommen, heißt es: Dienstkleidung an. Ab auf die Station und bereit für die alltäglichen Herausforderungen im Pflegealltag. Schon während der Arbeitszeit entwickeln sich im Kopf neue Ideen. Gerade noch mutzusprechend wirkend, beginnt der Kopf darüber nachzudenken, was man tun könnte um mehr Mut in die Welt zu tragen. Die Gedanken rattern schnell. Idee um Idee kommt, wird geprüft und abgewogen. Das nächste Zimmer, neue Eindrücke, neue Ideen. So geht es fortlaufend bis die Schicht rum ist.
Auf dem Weg nach Hause, rattern die Gedanken, all die heutigen Eindrücke in einen Text niederzuschreiben um sie rauszubringen. Hüpfend zwischen neuen Ideen zur Wundversorgung, Mut machen, Gedankenpflege, ... entstehen so die ersten Zeilen in der U-Bahn, auf dem Weg nach Hause.
Zu Hause warten neue Eindrücke, die Kinder bringen Freunde zum Spielen mit. Man sieht ihnen zu, das Gedankenkarussell startet von Neuem. Schnell entsteht der Entschluss, bei den Kids für Abwechslung zu sorgen. Doch auf dem Weg nach draußen, fängt der Hund an zu bellen, man ist erneut abgelenkt, widmet sich dem Gebell des Haustieres und die Gedanken drehen sich darum, warum der Hund bellt und was man zukünftig tun kann um das "Gebelle" zu bändigen. Braucht der Hund mehr Inspiration am Tag? ... Die Abwechslung für die Kinder schon wieder vergessen.
So geht es bis zum Abend. Der Abend ist heilig. Die Kinder im Bett, ist nun endlich Zeit sich den eigenen Aktivitäten zu widmen. In meinem Fall berufliche Weiterbildung. 20.00-22.00 Uhr steht im Fokus im Fernstudium sich weiterzubilden "Finanzierung, Absatzwirtschaft, Materialwirtschaft, ..." - weiter gehts.
Um den Abend ausklingen zu lassen, falle ich nach dem "studieren" aufs Sofa. Eine Sendung zum Ausklang des Tages. Natürlich nicht irgendeine. Vorzugsweise eine Dokumentation bei der ich meine Neugier für andere Dinge befriedige. Meist Dokumentationen. Über das Universum, Natur, Fortpflanzung im Tierreich, wissenschaftliche Errungenschaften, ... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Bevor ich ins Bett gehe, steht noch der Punkt an, den ich mir schon nachmittags vorgenommen habe. Die Eindrücke des Tages niederzuschreiben. So entsteht ein neues Gedicht und ich kann seelenruhig in diesen Gedanken einschlafen.
Herausforderungen von Scanner Persönlichkeiten
Dieser Text ist beispielhaft für das Leben als Scanner. Wie du oben lesen kannst, scheint die Neugier schier unendlich. Viele Dinge werden angefangen, kaum eine zu Ende gebracht. Die stetige Ablenkung und das sinkende Interesse am Fortgang eines Projektes ist typisch für eine Scanner Persönlichkeit.
- viele Sachen beginnen, kaum eine beenden ("verzetteln")
- nirgendwo reinpassend, weil man in keine Schublade passt
- hüpfend zwischen verschiedenen Disziplinen, fehlender Fokus
- Versuch seine Identitäten zu spalten um in eine Schublade zu passen - Aufbau von "getrennten Leben" - Druck zur Spezialisierung
- Interessen bleiben Fragmente (Job A, Hobby B, C, und D)
- Oberflächlichkeit, da das Interesse soweit reicht wie die Faszination. Schwindet die Faszination, wird zum nächsten Reiz gehüpft
- das stetige Gefühl "nie anzukommen"
- Langeweile sobald Faszination verschwunden ist
- Routinearbeiten sind "tötend" für Scanner
Der Weg eines Scanners
In diesem Foto zeige ich dir einmal, wie mein Lebensweg sich gestaltete. Im Stamm siehst du die Epochen, die ich nacheinander, nebeneinander gegangen bin. Der Versuch alle Interessen irgendwie unterzubringen. Gedichte in der Freizeit, die sich heute in der Frankfurter Bibliothek finden lassen oder auf Gedichtportale. Songtexte aus dem Leben, die sich nun in Musik verwandeln lassen. Sammlungen von Lebensweisheiten auf dem gesamten Weg.
Bis zum Ansatz der Krone.
Hier beginnt der Weg, in dem alles zusammenfliesst.
Alles nachfolgende steht unter dem Dach "Bewusstsein" . Die Krone stellt die verschiedenen Kanäle dar, wie ich Räume für ein bewussteres Leben gestalte. All die Hobbys fließen zusammen, sind Werkzeuge um für mehr Bewusstsein in der Welt zu sorgen.
Entsprechend der Lernwege einer Person sind diese Kanäle umfangreich. Jeder Kanal ein Baumaterial.
Auditiv durch Musik.
Visuell durch Fotografie und Bücher.
Kinästethisch durch Impulse zum Ausprobieren.
ALLES STEHT UNTER DEM DACH BEWUSSTSEINARCHITEKTIN.
MEINE EIGENE SCHUBLADE.
Was das für dich bedeutet
- Lerne deine Vielfältigkeit zu leben.
- Führe sie in Synergien zueinander, anstatt sie getrennt zu betrachten.
- Verkörpere deine Vielseitigkeit als Lebensmodell. Kreiere deine eigene Schublade.
- Besuche Kurse zum Zeitmanagement und Disziplin um Projekte zu Ende zu bringen.
- Sei die Schnittmenge zwischen den Disziplinen.
- Habe Mut zur Unangepasstheit.
- Integration von allem zu einer Person. Entwickle dich zu der Summe all deiner Kompetenzen.
- Höre auf dich zu erklären.
- Halte den Neid anderer aus, stehe über ihn.
- Höre auf irgendeinen Anteil von dir im Gefängnis zu halten um Einseitig zu sein
- Entwickle Kontinuität in deinem Tun
Von der Vielfalt zur Synergie
Wie das gelingt siehst du an meinem Beispiel.
Stell dir ein Haus vor.
Als hochsensible disziplinierte Scanner Persönlichkeit vereine ich
Die Wirtschaft als Statik.
Die Pflege als Fürsorge.
Die Musik als Akustik.
Die Fotos als Schaufenster.
Die Pädagogik als Lernräume.
Das Dach: Die Bewusstseinarchitektin
Ich bin angekommen.
Wenn mich jemand fragt wer ich bin:
"Stelle dir jemand vor, der das Wissen einer Krankenschwester, die Struktur einer Betriebswirtin und die Seele einer Künstlerin in einer Person vereint. Ich baue Brücken zwischen Wissenschaft und Kreativität, um Bewusstsein zu schaffen. Online, in Büchern und in Tönen. Denn ich habe gelernt, die Welt nicht in Schubladen zu sehen, sondern als ein großes Netzwerk. Das ist meine Natur"
Bist du bereit, dir deine eigene Schublade zu erschaffen?
Nimm dir heute 10 Minuten Zeit und schreibe deine 5 größten Interessen auf. Welches Wort könnte das gemeinsame Dach über diesen fünf Säulen sein?
Denke ohne Limitierung.
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